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Catch me when you can (JTR)

von Jonas Helmerichs

Mörderische Praktiken

von Johannes Bückler

Auf dünnem Eis

von Lydia Benecke

Das dunkle in mir

von Malte Fischer

 

TV-Tipp:

am 03.05.2017 um 22:25 h -

Die rote Spinne

(3sat)

 

Bei RTLcrime lohnt es sich immer in die Programmwochen zu schauen, da vieles mehrmals wiederholt wird.

Auch gibt es viele Crime-Serien auf den Sendern TLC und Sixx.

Angel Makers

Land: Ungarn

aktiver Zeitraum: 1914 - 1929

Morde: ?

Angel Makers of Nagyrev

Das kleine Dorf Nagyrev liegt etwa 60 Meilen südöstlich von Budapest am Fluss Tisza. Zum Zeitpunkt der "Engelmacher“ gab es in dem Dorf kein Krankenhaus, nicht einmal einen Arzt, wodurch die medizinische Verpflegung der Einwohner in den Händen der Hebamme und ihrer Assistenten lag. Diese Hebamme war Julius Fazekas.

Alle Schuld an Krankheiten, ob nun wahr oder nicht, schob man dem Weltkrieg zu, aber man liegt mit Sicherheit richtig wenn man sagt, dass ohne den Ersten Weltkrieg sich das Phänomen in Nagyrev nicht ereignet hätte. Alle Männer waren an der Front und an den Dorfgrenzen befanden sich Lager für Kriegsgefangene. Durch den Zustrom männlicher Gefangener gehörten Ehemänner und Verlobte rasch der Vergangenheit an und das gesamte Dorf schien einen direkten Wettstreit mit Sodom und Gomorra aufnehmen zu wollen.

Frauen aller Altersstufen betrachteten sich selber als Versager, wenn sie nicht mindestens zwei oder drei gelegentliche Liebhaber aus dem Lager anziehen konnten. Tatsächlich hatte eine durchschnittliche Hausfrau eine so gute Zeit, dass als ihre Ehemänner schließlich wieder von den Schlachtfeldern von Europa zurückkehrten und ihren rechtmäßigen Platz als Oberhaupt der Familie oder in dem Ehebett verlangten, sie eine sehr kühle Abfuhr bekamen. Die Frauen hatten reichlich Bedürfnisse.

Wir werden nie den Wahnsinn verstehen, mit welchem ihre eigene Promiskuität diese vorher tugendhaften Ehefrauen und Geliebten entzündet hat. Wir wissen aber sicher, dass sich vor der Tür der Hebamme Fazekas Schlangen bildeten, die vorübergehend Verpflichtungen eines Apothekers übernommen hatte und regelmäßig Arsen verteilte, welches sie von Bergen von Fliegenfängern abgekocht hatte. Vergiften wurde der beliebteste Zeitvertreib im Dorf und das Gebiet wurde unter einem neuen Namen bekannt – “der Mord Bezirk.“

Was als Beseitigung einiger ungewollter Ehegatten begonnen hatte, wurde das akzeptierte Mittel um zu bekommen, was immer du haben wolltest und zu beseitigen, wen auch immer du fort haben wolltest – Eltern, Kinder, Nachbarn, ein jeder der im Wege war. Und wenn die Mörderrinnen Streitereien untereinander hatten, war es dann nicht nur gerecht, dass sie die Meinungsverschiedenheiten auch mit Gift lösten?

Alles in allem waren über 50 Frauen in der “Magyar Murder Incorporated“ verwickelt und sie wurden als die "Angel Maker of Nagyrev“ bekannt. Wenn die Behörden in ihren Untersuchungen der ungewöhnlich hohen Todesraten in der Region den Frauen zu nahe kamen, wurden die Beamten auf die Todesurkunden verwiesen, welche von niemand anderem als der Cousine der Hebamme ausgestellt worden waren!

Und so wurde weiter gemordet, vom ersten Mord an Peter Hegedus 1914 bis zum letzten Fall 1929. Im Juli dieses Jahres wurde Ladislaus Szabo von einem Mann angezeigt, der behauptete sie hätte seinen Wein vergiftet. Nach der Verhaftung wollte Frau Szabo nicht allein verantwortlich sein und beschuldigte ihre Freundin Bukenoveski. Bukenoveski machte kein Geheimnis daraus ihre alte Mutter vergiftet und sie dann in den Fluß Tisza geworfen zu haben; in Wirklichkeit war sie auf den letzten Betrug sogar stolz, denn als man die alte Frau aus dem Wasser gezogen hatte, wurde Tod durch Ertrinken festgestellt.

Vielleicht wollte sie ihre neu errungene Berühmtheit mit jemand teilen, auf jeden Fall deutete Bukenoveski nun mit dem Finger in Richtung von Frau Fazekas und die Hebamme wurde verhört. Schlauer als ihre Anklägerin leugnete Fazekas alles ab und da außer Hörensagen keine handfesten Beweise vorhanden waren, wurde sie wieder freigelassen; und sie tat genau das, was die Polizei erwartet hatte. Die Beamten folgten der Hebamme als sie durch das Dorf zog und ihre Kundinnen davon unterrichtete, dass das Spiel vorüber sei und die Polizisten nahmen alle fest.

Schließlich wurden 38 Frauen verhaftet, 28 kamen vor Gericht in Szolnok – 8 wurden zum Tode verurteilt, 7 bekamen lebenslang und der Rest verschieden lange Haftstrafen. Unter den zum Tode verurteilten befand sich auch die Komplizin der Hebamme, welche das Gift für sie verteilt hatte. Susannah Olah – “Tantchen Susie“ von ihren regelmäßigen Kunden genannt – hatte auch einen Ruf als Hexe und es gab reichlich Geschichten über giftige Reptilien, welchen sie gelehrt hatte in die Betten anderer Leute zu kriechen und diese zu töten.

Tante Susie´s Schwester - eine Lydia, wurde auch zum Tode verurteilt wie auch die 45 jährige Marie Kardos, die selbst nach Nagyrev Standart eine beeindruckende Menge von Morden an Familienmitgliedern vorzuweisen hatte: darunter ihren Ehemann, ihren Liebhaber und ihren Sohn; von ihrem Sohn hatte sie auf seinem Todesbett gefordert, dass er für sie singen soll. Kardos sagte dem Gericht: „Ich sagte: ‚Sing, mein Junge, sing mein Lieblingslied!‘ Er sang mit seiner lieblichen klaren Stimme, schrie plötzlich auf, fasste sich an den Bauch, schnappte nach Luft und war tot.“ Rosalie Sebestyen und Rosa Hoyba vergifteten ihre “langweiligen“ Ehemänner wie auch Julius Csaba, auch wenn sie eher mild behandelt wurde, als herauskam, dass sie mit einem gewalttätigen Trinker verheiratet war. Maria Varga wurde verurteilt wegen Ermordung ihres blinden Ehemannes, der ein Kriegsheld war, und ihres Liebhabers – auch wenn sie es bis zu ihrem Todestag abgestritten hat.

Juliane Lipke, als “stämmig und ungestalt, mit bösestem Gesichtsausdruck“ beschrieben, war für mindestens 7 Morde verantwortlich – einschließlich ihrer Stiefmutter, Tante, Schwägerin, Bruder und als ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk für sich selber, ihres Ehemannes. Als sie den größten Teil ihrer eigenen Familie ausgelöscht hatte, bot sie ihre Erfahrungen ihrer Nachbarin Maria Koteles an: „Mir tat diese armselige Frau leid, also gab ich ihr eine Flasche mit Gift und sagte ihr, dass sie das ausprobieren solle, wenn bei ihrer Ehe nichts mehr helfen würde.“ Lipke folgte den anderen sieben an den Galgen und ihre Leichname ließ man so lange hängen bis sie verfaulten, als Erinnerung an den Wahnsinn, der fast 15 Jahre das Dorf in seinem Griff hielt.

Die Anführerin entkam der irdischen Justiz indem sie selber Gift nahm, als die Polizei sie gerade festnehmen wollte. Hätte man irgendwelche Beweise gebraucht, die schmutzigen Räume, in welchen sie lebte, waren voller Töpfe mit durchtränkten Fliegenfallen.